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Die Abmahnung

verfasst am 01.01.2014

Die Abmahnung – sie ebnet den Weg zur ordentlichen, verhaltensbedingten Kündigung oder bändigt den Arbeitnehmer

Durch eine Abmahnung weist der Arbeitgeber den Arbeitnehmer auf ein bestimmtes Fehlverhalten hin. Vor Ausspruch einer ordentlichen verhaltensbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Chance geben, die beanstandete Verhaltensweise zu ändern. Eine Abmahnung ist daher in der Regel eine notwendige Voraussetzung dafür, dass der Arbeitgeber im Wiederholungsfalle aus verhaltensbedingten Gründen ordentlich kündigen kann. Sie ebnet somit den Weg zu einer ordentlichen, verhaltensbedingten Kündigung oder bändigt den Arbeitnehmer. Unter bestimmten Ausnahmevoraussetzungen ist eine Abmahnung jedoch entbehrlich. Dies z.B. bei einem sehr schwerwiegenden Fehlverhalten des Arbeitnehmers.
Für den Arbeitgeber ist folgendes zu beachten: Aus Beweisgründen sollte die Abmahnung dem Arbeitnehmer schriftlich erteilt werden. Der Arbeitnehmer muss von der Abmahnung Kenntnis erlangen. Nur abmahnungsberechtigte Personen dürfen abmahnen (z.B. direkte Vorgesetzte). Das Fehlverhalten ist in der Abmahnung präzise zu beschreiben und mit dem Hinweis zu verbinden, dass im Wiederholungsfalle z.B. eine ordentliche verhaltensbedingte Kündigung droht. Hierbei passieren oft Fehler: Werden z.B. mehrere Pflichtverstöße gerügt und treffen nur einige zu, kann der Arbeitnehmer verlangen, dass die komplette Abmahnung aus der Personalakte entfernt wird. Arbeitgeber sollten sich daher bei der Formulierung von Abmahnungen von einer Fachanwältin für Arbeitsrecht beraten lassen.

Arbeitnehmer können sich gegen eine Abmahnung wehren. Sie können vom Arbeitgeber verlangen, dass die Abmahnung aus der Personalakte entfernt wird, wenn sie z.B.

  • nicht den formalen Ansprüchen entspricht
  • unzutreffende Tatsachenbehauptungen enthält
  • der Arbeitgeber das Fehlverhalten rechtlich falsch wertet
  • die Abmahnung unverhältnismäßig ist, d.h. das Fehlverhalten so gering war, dass keine Abmahnung gerechtfertigt war.

Der Anspruch auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte kann außergerichtlich aber auch gerichtlich geltend gemacht werden. Arbeitnehmer sollten bei einer zu Unrecht erteilten Abmahnung reagieren, denn mit einer Abmahnung will der Arbeitgeber oft den Weg zu einer verhaltensbedingten Kündigung ebnen.

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