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Beurteilung von Arbeitszeugnissen

verfasst am 01.07.2014

Nach einer Studie des Lehrstuhls für Wirtschaft- und Sozialpsychologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg aus dem Jahre 2011 haben fast 50 % der Zeugnisse die Note „2“ oder „2,5“ des üblichen Notensystems. Nur 11,6 % haben die Note „3“ oder „3,5“.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat angesichts des häufigen Gebrauchs von guten und sehr guten Zeugnissen gefordert, dass das „gute“ Zeugnis zum Durchschnitt erklärt wird, auf das ein Arbeitnehmer grundsätzlich Anspruch hat (vgl. LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 21.03.2013, Az. 18 SA 2133/12).

Für Arbeitnehmer ist diese eine deutliche Verbesserung. Für ihn wird es einfacher, ein „gutes“ Zeugnis durchzusetzen; denn bisher war das „befriedigende“ Zeugnis Durchschnitt. Wollte der Arbeitnehmer bisher ein besseres, d.h. ein Zeugnis mit einer überdurchschnittlichen Beurteilung (Note „gut“) musste er die hierfür erforderlichen Tatsachen darlegen und beweisen. Das muss er laut Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 21.03.2013 nun nicht mehr.

Vielmehr muss der Arbeitgeber, der dem Arbeitnehmer ein unterdurchschnittliches, d.h. ein „befriedigendes“ Zeugnis erteilen möchte, die hierfür zugrunde liegenden Tatsachen darlegen und beweisen.

Wenn der Arbeitnehmer mit einem erteilten Zeugnis nicht einverstanden ist, kann er vom Arbeitgeber außergerichtlich, aber auch gerichtlich dessen Berichtigung oder Ergänzung verlangen. Der Zeugnisanspruch eines Arbeitnehmers richtet sich nämlich auf ein inhaltliches „wahres“ Zeugnis. Dieses umfasst auch die Schlussnote. Ein Arbeitnehmer, der aufgrund seiner Arbeitsleistung die Note „gut“ verdient, kann laut Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg eine entsprechende Beurteilung beanspruchen und durchsetzen.

Das Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 21.03.2013 ist leider noch nicht rechtskräftig. Die Revision ist beim Bundesarbeitsgericht anhängig (Az. 9 AZR 584/13).

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